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Vier Dinge, die man in elf Jahren internationaler Arbeit bei Schneider Electric lernt

Milliarden Watt Solarstrom gingen durch seine Hände. Ingo Ernst, ehemaliger Director Solar Central Europe, bei Schneider Electric ist um die Welt gereist, um Solarstrom im großen Rahmen möglich zu machen – ein enormer Erfahrungsschatz. Wir zeigen vier wichtige Erkenntnisse aus elf Jahren internationaler Arbeit.

Nicht oft begegnet man Personen, die so stark in den Reifeprozess einer Technologie involviert waren. Ingo Ernst, ehemals Director Solar Central Europe, war und ist immer noch verantwortlich für Großprojekte in der Solarbranche. Groß heißt bei Ingo eine Anlage von mindestens einem Megawatt, also einer Millon Watt. Nach oben ist die Skala offen. „The sky is the limit“, sagt er lachend selbst. Durch seine Tätigkeit war er in vielen Ländern unterwegs, hat viel von der Welt und von Schneider Electric gesehen. Wir haben ihn nach seinem Erfahrungen gefragt und präsentieren vier Erkenntnisse, die er in elf Jahren seines globalen Einsatzes bei Schneider Electric gesammelt hat.

1. Es gibt immer einen neuen Markt

Für Schneider war Deutschland der erste wirklich große Markt für Photovoltaikanlagen. Und als Deutschland sich technische Richtlinien für Solarstrom überlegt hat, waren Schneider Electric und Ingo Ernst schon da. Gemeinsam mit dem Energieversorgern und Gleichgesinnten arbeiteten sie an technischen Standards für die Errichtung und den Anschluss von Photovoltaikanlagen, brachten sich mit ihren Ideen und Philosophien und vor allem viel Wissen ein. Als schließlich andere Länder in ihren eigenen Solarmarkt investierten, schauten sie natürlich nach Deutschland. „Deutschland hat ja einen guten Ruf, was Technik betrifft“, so Herr Ernst, „So haben sich viele von uns beraten lassen, die dem nacheifern wollten.“

So gingen Ernst und sein Team nach England, als die dortige Regierung anfing Solarstrom massiv zu fördern und setzen dort ihr in Deutschland gewonnenes Knowhow ein. Vom Vertrieb wechselte Ingo Ernst mit diesem Auftrag in eine internationale Organisation bei Schneider Electric. „Mein Chef saß plötzlich in Frankreich und nicht mehr in Deutschland und alle Meetings wurden auf Englisch abgehalten“, so Ernst, „Das war schon ein ziemlicher Sprung, natürlich auch für meine Karriere.“

Als der Markt in England nach und nach stagnierte, verlagerte sich der Fokus von Schneider Electric und diverser deutscher Kunden auch nach Osten. Polen, Tschechien, Bulgarien und auch Rumänien  bis das Schneider Electric Team sogar in Kasachstan arbeitete. „Kein Land, was man bei Solarstrom im gleich Kopf hat, aber dasselbe gilt für England“, lacht Ernst. Die kasachische Regierung wollte bis zu ihrer Expo 2017 700 Megawatt erneuerbare Energieträger aufbauen. „Da ist die kasachische Regierung direkt auf uns zugegangen. Tatsächlich war unser Projekt dann das Einzige, was rechtzeitig zur Expo fertig war.“

Photovoltaikfeld in der kasachischen Steppe

2. Internationalität ist alles!

Bei der internationalen Zusammenarbeit lernte Ingo Ernst schnell die weltweiten Organisationen von Schneider Electric kennen. „Mir ist da eine sehr offene Kultur begegnet“, sagt er, „Natürlich muss man dem ein oder anderen erklären, dass wir ihm nichts wegnehmen. Die Meisten aber sind sehr interessiert und auch neugierig auf neue Technologien und realistisch genug, dass sie das nicht selber stemmen können. Die sind dann auch begeistert, was wir alles umsetzen können!“

Transformatoren warten auf den Einsatz

Hier wird der gewonnene Strom in das Netz eingespeist

Nicht nur daran ist zu spüren, dass Schneider Electric ein internationales Unternehmen ist. „In meinem Team waren Leute aus acht verschiedenen Ländern: angefangen bei Leuten aus Israel, Tschechien, Polen, Frankreich oder aus der Türkei. Ein Techniker ist zwischendurch krank geworden. Da haben wir fix einen neuen Mitarbeiter aus Singapur bekommen. Das ist das Tolle an so einem weltweit tätigen Konzern. Unserem Kunden ist auf jeden Fall die Kinnlade herunter gefallen.“ Ein Pluspunkt eines Unternehmens dieser Größe, für Kunden wie auch für Kollegen.

3. Es gibt nicht den einen Weg zu Schneider Electric

Die Kollegen aus Ingos Team waren in dieser Zeit relativ jung. Und während er sich als Führungskraft heute langsam aus diesen Projekten zurückzieht, machen sie weiter und bauen die Nutzung von Solarenergie auch in anderen Ländern aus. „Zum Teil bestand mein Team aus studierten Elektrotechnikern“, sagt Ingo Ernst, „andererseits waren auch Mitarbeiter dabei, die eine Ausbildung zum Techniker absolviert hatten, einen studierten Betriebswirt gab es auch.“

Er selbst hat zunächst eine Ausbildung zum Elektroinstallateur gemacht und hängte ein Studium an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin hinten dran. Mit dem Berufseinstieg war er zunächst für einen großen deutschen Elektronikhersteller aktiv, bevor er Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens wurde. Von dort führte ihn sein Weg zu Schneider Electric. „Was ich hier wirklich zu schätzen gelernt habe, ist die Freiheit Dinge zu gestalten und umzusetzen“, sagt Ingo, „Das und die hervorragenden Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln. Das ist der große Vorteil eines Unternehmens, das so breit aufgestellt ist.“

4. Nachwuchsförderung denken und leben

Ingo Ernst

„In meiner Rolle als Teamleiter in einem jungen Team habe ich festgestellt, dass es eine Menge Feedbackmechanismen gibt“, sagt Ingo Ernst, „Wer hat noch Potential? Sind die Leute richtig eingesetzt? Wer sich gut eingesetzt fühlt, fair behandelt und fair bezahlt wird, der macht auch tolle Arbeit.“ Ingo Ernst selbst lehrt an der HTW Berlin verschiedene Seminare zur Elektrotechnik und betreut Bachelor- und Masterarbeiten. Ihm gefällt, dass sich Schneider Electric frühzeitig darum kümmert, sich als Unternehmen jung zu halten und sich junge, kreative Köpfe ins Unternehmen zu holen – Für ihn ist die Betreuung von Studierenden eine dankbare Aufgabe. Denn, wie er inzwischen feststellt: „Circa 90 % der Leute die bei uns Ihre Abschlussarbeiten schreiben, haben hier hinterher auch einen Job.“

Schneider Electric – Ein Koloss mit unendlichen Möglichkeiten

Eine Unternehmensgröße mit ca. 145.000 Kolleginnen und Kollegen weltweit mag von außen vielleicht behäbig wirken, tatsächlich bietet ein Konzern aber schier unendliche Möglichkeiten. Wie Ingo Ernst betont, hat er in seinen Projekten stets die Freiheit gehabt, Entscheidungen zu treffen und flexibel zu agieren. Internationale Großprojekte mit einem jungen und kompetenten Team zu betreuen und dabei verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen, das geht nicht überall. Ingo Ernst ist jedenfalls jeden Tag mit Spaß bei der Sache!

 

 


One Response
  1. Sladjan Lazic

    Ein erstaunlicher Bericht.

    Ich muss zugeben, das Photovoltaikfeld in der kasachischen Steppe, das hat schon was. Bin gespannt, wann die entlegendsten Teile der Welt mit erneuerbaren Energien versorgt werden.

    Viele Grüße
    Sladjan Lazic

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