Arbeiten bei Schneider Electric

„Man muss beim Karrierestart nicht alles beherrschen“ – General Manager Simon Ryser über seinen Weg bei Schneider Electric

Unsicherheit aushalten zu können, ist eine wichtige Voraussetzung für die berufliche Karriere, sagt Simon Ryser im Gespräch. Vor 18 Jahren hat er seine Karriere bei Schneider Electric als technischer Projektleiter gestartet und seither vielfältige Stationen durchlaufen – bis zum General Manager Schweiz.

Simon, erinnerst du dich an deinen ersten Eindruck von Schneider Electric?

Daran werde ich mich immer erinnern! Ich war damals 22 Jahre alt und gewaltig beeindruckt vom internationalen Umfeld und den vielen Ingenieuren und Spezialisten, mit denen ich plötzlich zu tun hatte. Das kannte ich zuvor alles nicht.

Als technischer Projektleiter hast du bei Schneider Electric rasch grosse Verantwortung übernommen. Wie bist du damit umgegangen?

Es waren grosse Schuhe, in die ich damals als junger Techniker getreten bin. Manchmal war ich echt überfordert und musste lernen, mit Unsicherheit umzugehen. Nach meiner Berufslehre als Elektroinstallateur habe ich mein Fach beherrscht, ich wusste, was zu tun war. Natürlich beschäftigte ich mich bei Schneider Electric mit demselben Thema, der elektrischen Energieverteilung. Aber die Grösse der Projekte, die komplexen Anforderungen, die Höhe der Beträge, um die es ging: das alles war neu für mich. Wenn du bei deinem Karrierestart schon bald Projekte von einer halben Million Franken und mehr betreust, dann flösst das schon Respekt ein.

Wie hat sich das Profil des technischen Projektleiters mit der digitalen Transformation verändert?

Als technischer Projektleiter musste man früher vor allem viel vom Fachthema verstehen, also von der elektrischen Energieverteilung. Heute spielen Software und digitale Architekturen eine sehr wichtige Rolle. Was kann Software, was nicht? Wie gehe ich mit Daten um, wo speichere ich sie, wie mache ich daraus Smart Data? Die Schaltanlage mit ihrer ganzen Mechanik – Blech, Kupfer, Schalter – das ist quasi Standard, nur noch eine Voraussetzung. Heute liegt die Herausforderung darin, das grosse Ganze zu verstehen: die Netzwerktopologien, Datenschnittstellen und Datenquellen. Das Profil hat sich also stark verändert und ist in meinen Augen dadurch noch spannender geworden. Klar ist: Energiespezialisten müssen auch von IT sehr viel verstehen.

Was nimmst du mit aus deiner Anfangszeit als technischer Projektleiter?

Das Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten, das Vertrauen in meine Vorgesetzten und die Erkenntnis, dass man Unsicherheiten aushalten kann. Du musst nicht beim Karriereeinstieg schon alles beherrschen. Bei jeder beruflichen Veränderung – und das waren einige – kam ich wieder in die gleiche Situation: Ich musste vieles neu lernen. Das gehört einfach dazu.

Wie erlebst du die Unternehmenskultur von Schneider Electric?

Es ist ein professionelles Umfeld, das dich herausfordert. Mir gefällt die gelebte Fehlerkultur und der unkomplizierte, pragmatische Ansatz in dieser Firma. Es gibt wenig vorgespurte Wege – es war für mich beispielsweise kein Problem, als Techniker ins Marketing zu wechseln. Grosses Engagement vorausgesetzt, ist sehr viel möglich. Wenn ein Vorgesetzter das Potenzial eines Mitarbeiters erkennt, dann geht’s voran, es braucht nicht noch sechs weitere Meinungen und ein kompliziertes Assessment. Karriereentscheide werden nicht nur aufgrund formaler Tests getroffen.

Projektleiter, Marketing, Management – du hast viele Stationen durchlaufen bei Schneider Electric. Wie hast du dir jeweils das notwendige Wissen für die neue Funktion angeeignet?

Das theoretische Rüstzeug habe ich mir an internen und externen Weiterbildungen angeeignet. Dabei war mir immer klar, dass sich die Theorie nie 1:1 in der Praxis umsetzen lässt. Vielmehr geht es darum, die für Schneider Electric passende Lösung zu finden. Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen hat mir dabei sehr geholfen. Besonders wertvoll fand ich stets den Kontakt über die Schweizer Grenzen hinweg. Es gibt immer auch andere Herangehensweisen, weshalb ich von französischen, deutschen und italienischen Kolleginnen und Kollegen viel gelernt habe.

Wie hat dich Schneider Electric bei deiner Weiterbildung unterstützt?

Schneider Electric hat mich stark unterstützt. Voraussetzung dafür war, dass ich die Initiative selbst ergriffen habe und klar machte, dass mir die Weiterbildung wichtig ist – zum Beispiel, indem ich Ferientage dafür investiert habe. Generell lässt sich sagen: Wenn du Interesse zeigst und gute Leistungen erbringst, investiert die Firma gerne Geld und Zeit in deine Weiterbildung.

Was bedeutet Leadership für dich?

Leadership heisst für mich, dass ich als Führungsperson Richtung und Leitplanken vorgebe und bei der Umsetzung auf die Kompetenz meiner Mitarbeitenden vertraue. Wie wir genau ans Ziel gelangen, müssen die Leute selbst entscheiden und sich entsprechend dafür engagieren. Ein zweiter Punkt ist die Vorbild-Funktion:

„Ich kann nicht Dinge von meinem Team erwarten, von denen ich persönlich nicht überzeugt bin oder die ich nicht selbst zu leisten bereit bin.“

Du bist verheiratet und hast einen 8-jährigen Sohn. Wie sorgst du für den Ausgleich zwischen Arbeit und Familie?

Mit Flex@Work haben wir bei Schneider Electric ein sehr flexibles Arbeitsmodell. Ich kann grundsätzlich arbeiten, wann und wo es am besten passt. Eine klare Kommunikation ist dabei zentral. Ich muss sowohl in meinem beruflichen Umfeld wie auch zu Hause deutlich machen, wann ich arbeite und wann nicht. Sonst entstehen Erwartungen, die nicht erfüllt werden, und damit Konflikte. Wenn mein Sohn in der Schule eine Aufführung hat, dann ist es mir wichtig, dabei zu sein. Also muss ich im Geschäft allen klar machen, dass ich an diesem Nachmittag an einem privaten Anlass bin. So funktioniert es – und umgekehrt natürlich auch.

Simon Ryser beim Videodreh in den Schweizer Alpen

Behind the Scenes im Schneider Electric Büro Ittigen

 

Inwiefern unterstützt dich das Flex@Work Programm dabei?

Früher brauchte es viel Mut, an einem Nachmittag nicht verfügbar zu sein. Mit Flex@Work fallen die fixen Arbeitszeiten weg und es ist deutlich einfacher, solche Abwesenheiten abends oder am Wochenende zu kompensieren. Wir setzen auf gegenseitiges Vertrauen bei Schneider Electric – und fahren gut damit.

 

Simon Ryser

Fünf persönliche Karrieretipps von Simon Ryser

  • Ein Karriereplan ist gut – aber fixiere dich nicht zu sehr darauf.
  • Sei offen und prüfe alle Gelegenheiten, die sich bieten.
  • Zeige Eigeninitiative, packe es selbst an und äussere klar, was du möchtest.
  • Hinterfrage dich ab und zu selbst: Was ist mein Weg? Was benötige ich dafür?
  • Überschätze Diplome nicht. Erfahrung in der Breite ist ebenfalls sehr wichtig.

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