Arbeiten bei Schneider Electric

Zuhause in Malmö und Köln – Erfahrungsbericht von HR Business Partnerin Kirsten Bramsiepe

Kirsten ist HR Business Partnerin bei Schneider Electric und arbeitet an den Standorten Wiehl im Bergischen Land und in Lund, in der Nähe von Malmö, in Schweden. In ihrer Funktion ist sie für Mitarbeiter und Manager wichtiger Ansprechpartner in Personalthemen. Im Interview gewährt sie uns ein paar Einblicke in ihren Job und die besondere Herausforderung, in zwei Ländern gleichzeitig zu arbeiten.

Liebe Kirsten, beschreibe uns kurz deinen Job bei Schneider Electric.

Ich bin HR Business Partner und arbeite in der Schnittstelle zwischen Mitarbeitern, Führungskräften und HR Abteilungen. Lokal bin am Schneider Electric Standort in Lund / Schweden und Wiehl / Deutschland verortet und betreue das Personal über den gesamten „Mitarbeiterzyklus“ hinweg, also von der Einstellung bis zur Rente. Dazu gehört beispielsweise die Rekrutierung aber auch Themen wie Personalbedarfsplanung, Leistungsbeurteilungen, Gehaltsrunden oder Weiterentwicklung der Kolleginnen und Kollegen.

Neben administrativen Themen fungiere ich als Bindeglied zwischen Mitarbeitern, Managern und Betriebsräten und vermittle auch mal als neutrale Person bei Meinungsverschiedenheiten.

Wie kam es dazu, dass du in deiner Doppelfunktion in zwei Ländern gleichzeitig arbeitest?

Ich lebe und arbeite in Schweden, habe aber immer noch mein WG Zimmer in Köln und bin oft in Deutschland. Es hat sich damals einfach so ergeben, da die schwedische Kollegin das Unternehmen verlassen hatte, war es aus Sicht meiner Chefin sinnvoll, intern nachzubesetzten. Gesucht wurde eine Person, die Schneider Electric kennt und auch Lust darauf hat, in Schweden ein wenig frischen Wind in die Prozesse und Strukturen zu bringen (lacht).So kam es, dass meine Chefin mich darauf angesprochen hat. Ich habe schnell zugesagt, weil ich denke, dass der Weg ins Ausland einem nochmal deutlich den Horizont erweitert und eine tolle Chance zur Weiterentwicklung bietet. Für mich ist es eine tolle Erfahrung.

Die Herausforderung bei unserem Standort in Lund war, dass die Kommunikation mit der globalen Organisation und die Integration von HR Prozessen noch verbessert werden musste. So war die Idee geboren, einen Schneider Experten aus dem Ausland zu installieren, der eine andere Sicht auf die Dinge mitbringt und dort mal etwas aufräumt (lacht). Das hört sich schlimmer an, als es ist. Letztendlich geht es darum, die Zusammenarbeit mit der globalen Organisation zu fördern und lokal besser zu kommunizieren. Der Umzug nach Schweden war sinnvoll, weil es meiner Meinung nach vorteilhafter ist, vor Ort präsent zu sein und mit den Leuten zu sprechen, als das aus dem entfernten Deutschland zu versuchen – die Entscheidung hat sich an vielerlei Stellen bereits ausgezahlt! Außerdem hatte ich in Deutschland zuvor schon eine gute Verbindung zu Mitarbeitern und Managern aufgebaut, so dass die Betreuung aus der Ferne im Anschluss auch gut funktioniert.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Mag abgedroschen klingen, aber meine Arbeitstage sind tatsächlich sehr unterschiedlich. Klar, administrative Themen wiederholen sich, aber oft landen auch spontane Aufgaben auf meinem Tisch, wie beispielsweise die lokale Adaption unseres „Well-being“ Programms: Da wird ein Meeting mit der globalen Organisation terminiert und kurz darauf geht es dann in die lokale Umsetzung. Spontaneität und Flexibilität sind Stärken, die man bei Schneider Electric ausbaut.

Ich verstehe mich auch als Beziehungspfleger und Sparringspartner zwischen der Belegschaft auf der einen und dem Management auf der anderen Seite. Um meinen Job gut zu machen, muss ich verstehen, was überhaupt die Aufgaben der Kollegen und auch deren Wünsche und Bedürfnisse sind. Daher spreche ich viel mit den Menschen, setze mich in Teammeetings mit rein und schaffe Raum für Dialog und Feedback. Gerade hier in Schweden kommen die Mitarbeiter weniger von sich aus zu mir, als es in Deutschland der Fall ist. Da ist es schwieriger herauszufinden, was die Menschen beschäftigt, um somit eine gute Unterstützung zu bieten.

Zur Arbeit in Schweden kommen natürlich auch noch die Reisen nach Deutschland: Ich bin regelmäßig in Wiehl, da ich neben den knapp 150 Personen in Schweden auch noch rund 70 Kolleginnen und Kollegen bei Schneider in Deutschland betreue. Am Flughafen und bei den Autovermietungen kennt man mich fast schon „per Du“ (lacht).

Merkst du einen Unterschied zwischen der Arbeit in Skandinavien und in Deutschland? Wie ticken die Menschen in Schweden?

Auf den ersten Blick gibt es keine großen Unterschiede zur Arbeit bei Schneider in Deutschland oder Schweden, die Gegensätze sind eher klein aber fein. Während wir Deutschen ja für eine pragmatische und direkte Kommunikation bekannt sind, entweder auf flachen Hierarchien oder auch problemlos über Hierarchien hinweg, arbeiten die schwedischen Teams eher introvertierter und zurückhaltend. Bei Entscheidungen den Chef in Frage stellen oder explizit mit einbeziehen, wird hier schon mal als Affront angesehen oder es schwingt der Gedanke mit, dass man es alleine nicht schaffen kann. Das passt so gar nicht zur Schneider Kultur und ist natürlich nicht allgemein gültig – man darf die Leute nicht abstempeln. Trotzdem haben wir hier in Schweden diesbezüglich schon einige Verbesserungen erzielt.

Auf der anderen Seite: In Wiehl, meiner zweiten Heimat, haben wir in den vergangenen Jahren eine ganze Portion Offenheit reingebracht, in dem wir sehr divers rekrutiert haben. Die Internationalität bringt eine deutlich offenere und kommunikativere Denkweise mit sich – hier sind wir bereits da, wo wir in Lund noch hinwollen. Ein großer Schritt nach vorne, war hier bereits der Umzug von Malmö in unser neues Büro nach Lund. Wir haben ein tolles Arbeitsumfeld geschaffen, welches Kommunikation und Zusammenarbeit fördert. Die Nähe zur Universität und anderen großen technischen Unternehmen bieten uns hier ebenfalls tolle neue Möglichkeiten.

Abseits der Arbeit sind die Schweden, so empfinde ich das jedenfalls, durchaus eher ein ruhigeres, entschleunigtes Völkchen, familienorientiert und kinderfreundlich. Nicht so sehr auf Leistung getrimmt, wie die Deutschen. Elternzeit ist hier beispielsweise noch viel selbstverständlicher, als es in vielen männerdominierten traditionellen Unternehmen in Deutschland ist. Schweden ist ein kleines Land, dass sehr offen gegenüber technischen Neuerungen ist, das hohe Umweltbewusstsein resultiert aus der Naturverbundenheit. Ich habe hier noch nicht viele Benzinschleudern gesehen, wohl aber sehr viele Autos einer bekannten schwedischen Marke (lacht), da sind die Autofahrer Lokalpatrioten!

Wie bist du eigentlich zu Schneider Electric gekommen?

Kirsten Bramsiepe

Ich habe ein Praktikum in der HR Abteilung gemacht, in der Personalentwicklung. Vorher hatte ich an der Uni einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften absolviert und bin dann zum Master auf die Fachhochschule gegangen, um mein BWL Wissen mit Praxisnähe und Studienschwerpunkt Personalwesen zu vertiefen. Eine sehr gute Entscheidung. Nach dem Praktikum habe ich dann als HR Business Partner in Wiehl angefangen.

Welche Erfahrungen hast du bisher hier gemacht, wie ist es, bei Schneider zu arbeiten?

Für mich ist immer wieder die Offenheit und Hilfsbereitschaft aller Kollegen beachtlich. Manchmal laufen die Dinge bei uns nicht so strukturiert, wie sie sollen und auch wenn Zuständigkeiten fehlen, man hilft sich jederzeit. Der Zusammenhalt ist toll! Dir wird ab dem ersten Tag Vertrauen und Freiheit geschenkt, es gibt also eine Art „Vorschuss“, den man gerne mit Motivation und Leistung zurückzahlt. Allerdings muss man mit der Verantwortung auch klar kommen und Veränderungen annehmen können.

Als global agierendes Unternehmen, mit vielen Akquisitionen von kleineren Unternehmen unter die Schneider Electric Organisation, kämpfen wir natürlich auch mit uneinheitlichen Strukturen und Prozessen, das fängt bei Softwareanwendungen an und hört bei lokalen Betriebsvereinbarungen noch lange nicht auf. Am Anfang muss man sich also ordentlich reinknien, bis man den Durchblick hat, das ist hier in Schweden übrigens ganz genauso. Beziehungsaufbau hilft einem da schon sehr. Für mich hat es gut gepasst, da ich gerne autarke Entscheidungen treffe und mich in der oft komplexen Konzernwelt sicher bewege, wobei natürlich nicht die Erwartung des Unternehmens ist, hier sofort Bäume auszureißen. Du wirst Schritt für Schritt begleitet und gefördert, Talent entwickelt und Potentiale geweckt. Mir macht es einfach Spaß!

Ein Antwort to “Zuhause in Malmö und Köln – Erfahrungsbericht von HR Business Partnerin Kirsten Bramsiepe”

  1. Sladjan Lazic

    Ein sehr guter und informativer Artikel.

    Die Arbeit von Frau Bramsiepe hört sich sehr spannend an. Die nordische Mentalität kenne ich persönlich aus Norwegen und schätze die dortige Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien (selbst eine Fahrkarte im Wert von 60 Kronen wurde 2009 mit VISA bezahlt).

    Viele Grüße
    Sladjan Lazic

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