Arbeiten bei Schneider Electric

Smart Health Care – 5 unsichtbare Lösungen für smarte Krankenhäuser

Krankenhäuser sollten eigentlich „Gesundhäuser“ heißen, schließlich werden hier Krankheiten mit dem Ziel behandelt, den Patienten so schnell wie möglich wieder gesund nach Hause zu entlassen. Das moderne Krankenhaus ist smart und voll vernetzt, vom Lichtschalter bis zur Regelung der Atemluft. Der Patient bekommt davon wenig mit. Und doch: Kliniken sind Orte, an denen mit Hilfe moderner Technik und mit hervorragend ausgebildeten Pflegekräften Großartiges für die Heilung von Menschen geleistet wird. Wagen wir also einen Blick hinter die Kulissen. Wir haben uns mit Peter Struss, tätig im Business Development von Schneider Electric unter anderem im Bereich Health Care, unterhalten und zeigen Mechanismen im Hintergrund, die zwar weitgehend unsichtbar bleiben und dennoch sichtbare Erfolge liefern.

1. Allgemeine Sicherheit

Betreten wir unser virtuelles Krankenhaus. Direkt am Eingang stellen wir fest, dass es offen zugängliche Bereiche gibt und solche, die der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Durch Chipkarten oder Transponder können sich Mitarbeitende des Krankenhauses bewegen, ohne befürchten zu müssen, dass Unberechtigte Zugang erhalten. Sensible sterile Bereiche, wie Operationsräume oder Labore werden damit ebenso geschützt wie die Privatsphäre in Kreißsälen oder Säuglingsstationen. „In den Vereinigten Staaten gibt es inzwischen die Möglichkeit, dass das Krankenhauspersonal einen Transponder trägt. Dieser gibt regelmäßig die Position durch und verschafft Zugang zu den autorisierten Bereichen. So besteht zum einen die Kontrolle, dass sich niemand unberechtigt in einem Bereich aufhält, zum anderen kann die Auslastung der Mitarbeitenden betrachtet und beispielsweise bei Personalengpässen entsprechend reagiert werden“, sagt Struss. In Deutschland noch kein Thema, bis nicht alle Fragen des Datenschutzes einwandfrei geklärt sind, bietet das „Optionen, das Personal in Zeiten mangelnder Pflegekräfte und steigenden Kostendrucks im Gesundheitssektor flexibel einzusetzen.“

Wartebereich im Krankenhaus

Säuglingsstation – 100% Sicherheit erwünscht!

2. Hygiene und Sauberkeit 

Angekommen im Patientenbereich fällt uns zuerst die penible Sauberkeit der Räume ins Auge. An jedem Zimmer befinden sich Behälter für Desinfektionsmittel, der Boden glänzt, die Oberflächen strahlen. Die Eindämmung von Keimen ist und bleibt eine immense Herausforderung für das Krankenhauspersonal. Ständiges Wischen ist hier Pflicht. Einen Schritt weiter geht Schneider Electric mit antibakteriellen Lichtschaltern. Angefertigt aus einem speziellen Kunststoff, der zum einen besonders glatt, zum anderen antistatisch ist, verhindert die Oberfläche des Schalters, dass Erreger sich niederlassen können. Abwischen gar nicht mehr nötig. „Die haben wir auch in der Klinik „Charité“ in Berlin und im Universitätsklinikum Schleswig Holstein in Kiel eingebaut – Projekte, bei denen einige Millionen Euro in die Hand genommen wurden, um einen neuen Standard in der Modernisierung zu schaffen,“ weiß Peter Struss. Bei beiden Projekten war Schneider Electric bei der Ausstattung der Gebäudetechnik beteiligt.

Arbeiten im Labor

Ein wichtiger Aspekt bleibt jedoch für das menschliche Auge unsichtbar: Mit jedem Atemzug atmen wir in den Zimmern aufbereitete Luft. In der Lüftung befinden sich Filteranlagen wie in einer Klimaanlage, die die Atemluft grob reinigen. Anschließend wird sie mit UV- und Rotlicht bestrahlt, um Keime abzutöten. So sorgt Schneider Technik dafür, dass nichts herumgewirbelt wird, was Kranken und Gesunden gefährlich werden könnte. „Für mich ist das nichts Besonderes mehr, sondern eher die Basisausstattung“, so Struss. Für den Elektrotechniker Standard, für den interessierten Laien ist es faszinierende Technik. „Eine Herausforderung der Lüftung ist überraschenderweise, die Luft nicht zu stark zu reinigen. Ähnlich wie bei Wasser, welches destilliert für den Menschen ungenießbar wird, wird auch die Luft bei zu starker Reinigung für Menschen unverträglich.“, so Struss. Schneider Electric Komponenten schaffen diese Gratwanderung und versorgen uns auch im Umfeld zum Teil schwerkranker Menschen mit sicherer Atemluft.

3. Energie ohne Unterbrechung

Wagen wir einen Blick in den Operationssaal. Hochkonzentriert wird hier gearbeitet. Vielleicht sehen wir die hohe Handwerkskunst einer Herz-OP, vielleicht arbeiten Chirurgen an einem Standardeingriff an der Hüfte, vielleicht betrachten wir die millimetergenaue Feinarbeit eines Neurochirurgen. Egal in welchem Bereich, die Ärzte müssen sich auf die medizinischen Geräte um sich herum verlassen können. Herrscht draußen ein Gewitter könnte einem da angst und bange werden, dass bei einem Black-Out im Operationssaal das Licht ausgeht. Natürlich gibt es Notstromaggregate in jedem Krankenhaus, aber Millisekunden können hier entscheidend sein. „Sollte wirklich mal der Strom ausfallen, springen unsere Systeme ein. Sensoren geben Alarm, sobald Unregelmäßigkeiten im Stromfluss entstehen und versorgen jedes Gerät unmittelbar mit Batteriestrom.“, beruhigt Peter Struss. So kann jedes lebenswichtige System vom Laser bis zur Datenerfassung unterbrechungsfrei laufen und das Notstromaggregat hat Zeit anzuspringen.

Datenanalyse während einer Bypassoperation am Herzen

4. Big Data is everywhere

In modernen Krankenhäusern gibt es Tausende von Sensoren. Der Strom wird überwacht, die Bewegung der Menschen in den Räumlichkeiten protokolliert, Druck der medizinischen Gase geprüft und Patientendaten erfasst – an jeder Stelle entstehen Daten. Dank der heutigen Technik ist es möglich, diese schier unendliche Masse an Daten nutzerfreundlich darzustellen. Am besten natürlich personalisiert, damit jeder findet, was er braucht. Schneider Electric Software ist heute schon in der Lage die Daten zentral zu sammeln und je nach Bedarf unterschiedlich auszusteuern. Steht zum Beispiel der Oberarzt vor dem Bildschirm, sieht er Patientendaten, der Facility Manager sieht Kontrolldaten zur Lüftung, der Gebäudebetreiber sieht Daten zur Energieeffizienz. Das ist Smart Data wie sie sein soll. Aus Millionen von Datenpunkten werden die Daten herausgesucht und sinnvoll je nach Bedarf des Nutzers dargestellt.

Ausschnitt aus der Kontrolle von Be- und Entlüftungsdaten in verschiedenen Bereichen des Gebäudes

5. Ohne Strom ist alles Nichts

Ein Krankenhaus ist, wie wir bei unserem Rundgang merken, weit mehr als nur ein Ort der Heilung. Es ist Rechenzentrum, Sicherheitszone, Luftreinigungsanlage und Hochleistungsmedizintechnik in Einem. All das ist abhängig davon, dass genügend Strom zur richtigen Zeit ankommt. „Das Coolste und Interessanteste, was wir je in einem Krankenhaus verbaut haben, ist eine Energiequalitätsüberwachung“, sagt Struss, „In Zukunft müssen wir aufgrund des steigenden Anteils an erneuerbaren Energien damit rechnen, dass es Schwankungen in den Netzen gibt. Und die sind dafür nicht ausgelegt.“ Die Energiequalitätskontrolle erkennt frühzeitig, wenn es Leistungsschwankungen in den Netzen gibt und erlaubt es den Betreibern zu reagieren, zum Beispiel indem rechtzeitig der Notstrom aktiviert wird. „Aufgrund der schwankenden Natur erneuerbarer Energien müssen wir damit rechnen, dass Engpässe in der Stromversorgung öfter vorkommen“, sagt Struss, „mit dieser Technik sind wir für solche Eventualitäten vorbereitet.“

Auf unserem Weg hinter die Kulissen der modernen, smarten Krankenhaustechnik haben wir lediglich einen Ausschnitt dargestellt. Die Wirklichkeit ist deutlich komplexer und die Zukunft wird noch Einiges bringen. Wie die Zukunftsmusik klingt? Struss erklärt uns eine Vision: „In Zukunft könnte in Krankenhäusern je nach Ort, Aktivität des Patienten oder Tageszeit intelligent angepasste Musik laufen, die deutlich zum Wohlgefühl des Patienten beitragen kann.“ Nach Meinung von Struss sollte das Krankenhaus von Morgen mehr Privatsphäre bieten, heller und vor allem patientengerechter sein. Schneider Electric bietet schon heute das Know-How, um dieses Ziel zu erreichen.

Zur Person: Peter Struss ist Director im Bereich Business Development, ist seit über 30 Jahren im Beruf und arbeitet seit zehn Jahren für Schneider Electric in Hamburg. Ein echter Handwerker, der seinen beruflichen Weg als Elektroinstallateur startete, Elektroniker, Meistertitel und Techniker draufsattelte und schließlich noch den Betriebsingenieur nachlegte und damit ein ausgezeichnetes technisches Verständnis und zudem sehr gute Einblicke in die Kundenwünsche mitbringt. Peter Struss ist verheiratet und hat ein Kind.

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